Warum trauert ein Mensch?

Aus Sicht der Trauerpsychologie trauert ein Mensch, wenn er den Verlust einer geliebten Person erfährt. Die unwiderrufliche Tatsache, dass ein nahe stehender Mensch verstirbt, lösen bestimmte, emotionale Reaktionen aus. Schock und Hilflosigkeit, wenn der Tod unverhofft und plötzlich eintritt. Dies kann sogar bis zur Starre im Denken und Verhalten führen.

Der Trauernde kann den Verlust nicht begreifen und bekommt keine Antworten auf Fragen wie: Warum gerade er/sie. Wir Menschen sind es gewohnt, auf alles eine Antwort zu bekommen. Mit unter ist das der Grund, warum wir Menschen unsere Aufmerksamkeit stets einer analytischen Denkweise schenken. Warum aber ein Mensch stirbt, kann nicht beantwortet werden. Es sei denn, der Verstorbene ist in einem Alter gewesen, in dem der Tod zu erwarten war. In vielen Fällen geht eine längere Pflege voraus. Da ein Trauernder zumindest die Zeit hat, sich auf den Tod der geliebten Person vorzubereiten, ist die emotionale Reaktion in solchen Fällen schwächer als wie oben geschildert.

Stirbt ein junger Mensch an den folgen einer schweren Krankheit, die auch zeitlich einen gewissen Prozess durchläuft, ist es weniger die Trauer im Zusammenhang mit dem Verlust. Schließlich weiß man ab einem gewissen Zeitpunkt, dass es keine Hoffnung mehr gibt und kann sich darauf vorbereiten. Es ist dann eher die Trauer im Zusammenhang mit der offenbleibenden Frage: Warum musste ausgerechnet er/sie diese schwere Krankheit bekommen. Oft geht so etwas einher mit Äußerungen wie: „Da gibt’s so viele schlechte Menschen auf der Welt, warum trifft es nicht die“ (o.ä.).

Ein Mensch hat die Eigenschaft, dass er sich ungern mit Veränderung auseinandersetzt. Er fühlt sich wohl, so wie es ist. Eine Veränderung in Kauf nehmen, das mag man einfach nicht. Beim Tod jedoch wird ein Trauernder in seinen Grundfesten erschüttert. Die Komfortzone wird, ob man nun will oder nicht, in einen Scherbenhaufen verwandelt. Die Tatsache, dass man vom eigentlichen Verlust gezwungen wird, ohne das Vertraute weiter leben zu müssen, ist für die meisten Menschen ein unerträgliches Gefühl. Trauer ist im Grunde genommen die Headlinebezeichnung für eine Reihe an ständig abwechselnden Gefühlen, die durch ihre bestimmte Stärken, den Trauernden zu seelischen Qualen verleiten. Trauer besteht häufig aus Angst, Hilflosigkeit, einem Gefühl der Ohnmacht, Sehnsucht, Unsicherheit und vielen anderen. Das nimmt jeder Mensch anders war.

Die Gründe warum ein Mensch trauert, liegen auf der Hand: Der trauernde Mensch hat in seinem Gehirn kein Verhaltensmuster für den warmen und friedlichen Umgang mit Verlust.

Auch nächste Woche erwartet Dich wieder ein Beitrag zum Thema Trauer. Der TrauerCoach-Ratgeber wird sich der Frage widmen, wie lange eine Trauer tatsächlich dauert.

Von Herzen
Dein
Thomas Sommerer
(Der TrauerCoach)

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